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Sigmar Polke
20 SCHEREN MIT APFEL UND WURFPFEIL (ENTWURF FÜR EINE PLASTIK)
je 1960er-Jahre
Beide Aquarell und Filzstift auf liniertem und gelochtem Velinpapier
Je 20,8 x 14,7cm (Blattmaß)

Je 40,5 x 31,2 (Rahmenmaß)
46.000,00 €
Beschreibung

*1941 in Oels
†2010 in Köln

Die frühen Zeichnungen Sigmar Polkes zeigen nicht nur seinen Sinn für Humor, für den er als einer der bedeutenden Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gefeiert wird, sondern auch seinen Blick auf die Gesellschaft der jungen Bundesrepublik. In den 1960er-Jahren waren Alltagsobjekte nicht nur für Polke Bildmotiv, sondern auch für befreundete Künstler wie Gerhard Richter oder Karl Horst Hödicke. Unter dem Schlagwort „Kapitalistischer Realismus“ reagierten sie auf die ideologische Überhöhung des Alltags im sozialistischen Realismus der DDR. Zugleich bezogen sie sich auf die amerikanische Pop-Art, die Konsumartikel und das Medienbild ins Zentrum stellte. Sigmar Polke sezierte die Zeichen des Kleinbürgertums, ikonisch ist „Der Wurstesser“ von 1963. Die hier angebotenen Zeichnungen auf liniertem Papier sind in der gleichen Werkphase entstanden. Die Schere der ersten Zeichnung taucht mehrmals in Polkes Schaffen auf, unter anderem als Objekt „Rennende Schere“ (1996). Die Darstellung der Bewegung des Balles, der von einem Tischtennisschläger, wie es im Spielerjargon heißt, „hochgehalten“ wird, kann als Motiv der zweiten Zeichnung gelesen werden, die Aufsplittung der Bewegung in eine Bildsequenz ist als kunsthistorische Referenz zu sehen, etwa an Marcel Duchamps berühmten „Akt, eine Treppe herabsteigend“. Doch Polke lässt den Ball über mehrere Schläger hinweg von oben zum Bildrand herunterhüpfen und dreht die Bewegung damit um.

• Sigmar Polke zählt zu den wichtigsten Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind in international bedeutenden Sammlungen vertreten

• Goldener Löwe für den Deutschen Pavillon auf der Biennale di Venezia 1986 und Praemium Imperiale 2002

• Sowohl im Museum Brandhorst, in der Sammlung Moderne Kunst der Pinakothek der Moderne wie in der Staatlichen Graphischen Sammlung München befinden sich Hauptwerke Polkes

• 2014–2015 fand eine große, Polke gewidmete Wanderausstellung im MoMA, New York; in der Tate Modern, London, und im Museum Ludwig, Köln, statt

• Seine Werke sind in ihren Verweisen, etwa auf Kunst- und Zeitgeschichte, vielschichtig und überwinden den Gegensatz von Trivial- und Hochkultur

• Beide Zeichnungen haben eine erstklassige Provenienz. Sie wurden zunächst bei Fred Jahn und dann durch den gegenwärtigen Besitzer bereits 1970 von Thomas Borgmann erworben

• Marktfrisch, exzellenter Zustand

• Sigmar Polke wird exklusiv vertreten von der David Zwirner Gallery

(Der Auktionserlös geht zu 100 % an PIN.) Eingeliefert von Privatsammlung, Berlin

Photo: Walter Bayer

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