Barbara Klemm

Barbara Klemm: Frankreich, 1974

Das Gespür für das Wesentliche

Als eine der bekanntesten Chronistinnen deutscher Geschichte hat die Fotojournalistin und Leica-Hall-of-Fame-Gewinnerin Barbara Klemm ein Gesamtwerk von historischer Bedeutung geschaffen. Seit mehr als 60 Jahren fängt sie den gesellschaftlichen und politischen Zeitgeist im In- und Ausland ein. Sie gilt als Pionierin ihres Fachs und als Vorbild für viele zeitgenössische Fotografinnen.

Barbara Klemms Fotografien erzählen weit mehr als das, was sie darstellen. In ihren Fotografien verdichtet sich eine Handlung – ein einziges Bild vermag politische Zusammenhänge, historische Situationen und gesellschaftliche Atmosphären einzufangen. Diese „Verdichtung der Handlung“ ist ein zentrales Moment ihres fotografischen Blicks.

Klemms Fähigkeit zur Empathie ermöglicht es ihr, Geschichte abzubilden, ohne auf Spektakel zu zielen. Stattdessen richtet sie die Aufmerksamkeit auf die Wirkung, die ein Ereignis auf die Menschen hat, die in ihren Bildern erscheinen. Es sind persönliche wie politische Situationen, deren Bedeutung sich im Ausdruck der Dargestellten, in ihren Gesten und im räumlichen Umfeld niederschlägt.

Trotz ihres dokumentarischen Ansatzes ist Klemms persönlicher Stil unverkennbar. Eine spezifische Ausdeutung der Motive und bestimmte formale Konstanten prägen ihr Werk – sei es in der Komposition, im Umgang mit Licht oder in der stillen Strenge der Schwarzweißfotografie. Auch wenn ihre Bildreportagen auf das in Bewegung erfasste Bild aus einem Handlungsablauf zielen, bleibt der festgehaltene Moment stets mehr als bloß ein zufälliger Schnappschuss: Er ist der entscheidende Augenblick.

Die Künstlerin nutzt die Mittel der Bildregie bewusst und präzise: die Auswahl des Motivs, den Bildausschnitt, Brennweite und Perspektive, die Wahl von Blende und Tiefenschärfe sowie die Verteilung von Licht und Schatten. All diese Entscheidungen formen die visuelle Erzählung und bestimmen die Wirkung ihrer Bilder.

Barbara Klemm fertigt ihre Abzüge eigenhändig auf Barytpapier – ein Prozess, der technische Sorgfalt und künstlerische Kontrolle verbindet. So entstehen Fotografien, die ebenso dokumentieren wie gestalten, ebenso beobachten wie verdichten, und deren Kraft im präzisen, empathischen Blick einer außergewöhnlichen Fotografin liegt.

Barbara Klemm
1972
Stuttgart, 1972
Silbergelatineabzug
38 x 27 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1991
Scorteni, Moldawien, 1991
Silbergelatineabzug
27 x 38 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1974
Rostock, DDR, 1974
Silbergelatineabzug
38 x 27 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1997
Rostock, DDR, 1974
Silbergelatineabzug
38 x 27 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1997
Raoul Schrott, Innsbruck, 1997
Silbergelatineabzug
38 x 27 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1987
Leningrad, UdSSR, 1987
Silbergelatineabzug
27 x 38 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1992
Krakau, Polen, 1992
Silbergelatineabzug
27 x 38 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1989
Kostolany, CSSR, 1989
Silbergelatineabzug
27 x 38 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1987
Friederike Mayröcker, Wien, 2001
Silbergelatineabzug
27 x 38 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
2014
Elfriede Jelinek, Wien, 2014
Silbergelatineabzug
38 x 27 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage
Barbara Klemm
1979
30. Jahrestag der DDR, Ost-Berlin, 1979
Silbergelatineabzug
27 x 38 cm
3.600,00 € inkl. Steuer
Anfrage

Interview mit Barbara Klemm:

Kontakt:

Laura Ettel & Miriam Marzura

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