„Augenhöhe, Respekt und Verständnis fangen mit Zuhören an. Sehen reicht nicht.“
J. Konrad Schmidt
17. April - 18. Juli 2026
In der Ausstellung des Berliner Fotografen entfaltet sich eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Weiblichkeit – zwischen klassischer Eleganz, öffentlicher Präsenz und analoger, filmisch geprägter Bildsprache.
Den Auftakt bildet eine Werkgruppe, die sich einer klassischen, modischen Ästhetik widmet. Zeitlosigkeit, Souveränität und Haltung prägen diese Arbeiten. Schmidt inszeniert seine Protagonistinnen mit klarer formaler Präzision und lenkt den Blick bewusst auf Qualität und Ausdruck jenseits kurzlebiger Trends. Die zweite Perspektive richtet den Fokus auf Frauen des öffentlichen Lebens. Das Projekt „Frauen100“ in Zusammenarbeit mit der Agentur „hell & karrer Communications“ aus Berlin zeigt Porträts von hundert Persönlichkeiten aus Politik, Film, Sport, Medien, Industrie und Mode – von Politprominenz über Hollywoodstars bis hin zu internationalen Topmodels. Die Initiative ist die führende Plattform für strukturelle Gleichberechtigung in Deutschland. Mit der Serie „Hôtel Noir“ erweitert sich die Ausstellung um eine dritte, bewusst kontrastierende Ebene. Über einen Zeitraum von mehr als sechzehn Jahren und auf Reisen von Tokyo bis London, von Venedig bis Los Angeles entstand ein Werkkomplex, der konsequent analog auf Schwarz-Weiß-Mittelformatfilm realisiert wurde.
Die Arbeiten sind geprägt von einer reduzierten, präzisen Bildsprache und einem sensiblen Umgang mit Licht und Schatten. In dieser konzentrierten Ästhetik entstehen Fotografien von großer Intensität, die Intimität sichtbar machen, ohne inszeniert zu wirken. Grundlage dafür ist ein über Jahre gewach senes Vertrauensverhältnis zu den porträtierten Frauen. Die Arbeiten entstanden stets in Kooperation mit den Protagonistinnen und zeigen vor allem das Privatleben der Frauen.
Die Ausstellung „Powerful“ verdichtet diese unter schiedlichen Perspektiven zu einem klar kuratierten Gesamtbild. Die drei farblich gefassten Galerie wände strukturieren nicht nur den Raum, sondern auch den Blick: auf Weiblichkeit als ästhetisches Ideal, als Ausdruck von Stärke und als intime, selbst bestimmte Realität.
Schmidt, geboren 1984 in Suhl, studierte Fotodesign an der LAZI Akademie in Esslingen und zählt heute zu den international ausgezeichneten Fotografen im Bereich Mode, Porträt und Automobilfoto grafie. Seine Arbeiten wurden vielfach prämiert, unter anderem mit den AOP Photography Awards in London sowie dem Deutschen Fotobuchpreis in Gold für „Hoˆtel Noir“.