Felix Beckers jüngste Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Erinnerung, Material und Wahrnehmung. Sie entstehen aus sinnlichen Eindrücken, aus Oberfläche, Farbe und Bewegung, nicht aus klaren Motiven. Abstraktion steht dabei nicht im Gegensatz zur Figuration, sondern in einem fortlaufenden Austausch mit ihr. Die Werke eröffnen einen Zustand offener Wahrnehmung, ohne die Suche nach erkennbaren Formen einzufordern.
Die neuen Gemälde sind aus vielen Schichten Ölfarbe aufgebaut. Ihre Oberflächen wirken ruhig und geschlossen, geben bei näherer Betrachtung jedoch verborgene Farbräume frei. Linien, Kurven und präzise Einschnitte durchbrechen die glatten Felder und legen darunterliegende Schichten offen. Malerei zeigt sich hier als Prozess, in dem jede Spur auf eine frühere Entscheidung verweist. Atmosphärische Anklänge an Himmel und Landschaft treten auf, ohne sich festzulegen. Bögen erinnern an Horizonte. Linien erscheinen wie Spuren von Luft, Wasser oder Wärme. Die Farben verändern sich mit dem Licht und halten die Wahrnehmung in Bewegung. Stabilität bleibt aus. Becker arbeitet kontrolliert und zurückhaltend. Expressive Gesten treten in den Hintergrund. Die Materialität der Farbe rückt in den Mittelpunkt. Figuration entsteht beiläufig und bleibt brüchig. Die Werke verlangen Aufmerksamkeit und Zeit. Das Ungenaue bleibt bestehen. Der Schwebezustand wird zum zentralen Moment der Betrachtung. Malerei wird nicht gelesen, sondern erfahren. Felix Becker, der 1987 in Frankfurt am Main geboren wurde, lebt und arbeitet in Berlin.
Felix Becker’s recent works move within a tension between memory, material, and perception. They emerge from sensory impressions, from surface, color, and movement, rather than from fixed motifs. Abstraction does not oppose figuration here. It remains in continuous exchange with it. The works open a state of perception that does not demand the search for recognizable forms.
The new paintings are built from multiple layers of oil paint. Their surfaces appear calm and sealed, yet closer inspection reveals concealed color spaces beneath. Lines, curves, and precise incisions interrupt the smooth fields and expose underlying layers. Painting appears as a process in which every trace points to an earlier decision.Atmospheric references to sky and landscape surface without becoming fixed. Arcs suggest horizons. Lines read as traces of air, water, or heat. Colors shift with changing light and keep perception in motion. Stability is withheld.Becker works with restraint and control. Expressive gestures recede. The material presence of paint moves to the foreground. Figuration emerges incidentally and remains fragile.The works require time and sustained attention. Indeterminacy persists. Suspension becomes a central condition of viewing. Painting is not read but experienced. Felix Becker, born 1987 in Frankfurt am Main, lives and works in Berlin.